Das Karbon
Zeugen der Evolution

Das Karbon - Namensgebung

Die Bezeichnung Karbon wurde aufgrund der reichen Kohlevorkommen (Lateinisch "carbo" für Kohle) rund um den Globus, die aus dieser Zeit stammen, vergeben.

Der Name wurde 1822 von William Daniel Conybeare und William Phillips eingeführt.

Sumpfwald des Karbons
Abb1. Typischer Sumpfwald des Karbons

Aussehen der Erde

Die Erde im Karbon
Abb.2 Die Erde im Karbon

Diese Karte zeigt die Erde vor ca 306 Mio. Jahren.

Im späten Karbon kollidierten die Kontinente die später Nordamerika und Europa bilden mit Gondwana und bildeten die westliche Hälfte von Pangea. Eis bedeckte die südliche Hemisphäre während am Äquator die Sumpfkohlewälder vorherschend waren.

Stratigraphie

Äon Era System Serie Stufe
Phanerozoikum Palaeozoikum Karbon Pennsylvanian Oberes Pennsylvanian Gzhelian
Kasimovian
Mittleres Pennsylvanian Moscovian
Unteres Pennsylvanian Bashkirian
Missisipian Oberes Missisipian Serpukhovian
Mittleres Missisipian Visean
Unteres Missisipian Tournaisian

Tierwelt

Nach dem Aussterben vieler Korallenriffe und Fische im Devon entwickelten sich neue Arten. Haie und Strahlenflosser bewohnten nun auch das Süßwasser, Muscheln verbreiteten sich rasch.

Neben Insekten (Skorpionen, Spinnen, Tausendfüßlern usw.) erschienen die ersten Reptilien. Ein typischer Vertreter waren die Panzerlurche, die bis zu 3 m groß werden konnten. Auch die Insekten konnten riesige Formen bilden, es sind Libellen mit 70 cm Flügelspannweite überliefert.

Pflanzenwelt

Aus dem Karbon sind sehr viele pflanzliche Fossilien erhalten. Die Kohlelager zeugen weltweit von der Biomasse dieser Zeit. Man kann das Aussehen der karbonischen Wälder am ehesten mit den heutigen tropischen Sumpfwäldern vergleichen, allerdings ohne Blütenpflanzen und Vögel.

Lepidodendron
Abb.3 Lepidodendron sp. Abdruck der Rinde

Lepidodendron
Abb.4 Rekonstrukion Lepidodendron

Die Lepidodendrales (Bärlappgewächse) waren die erste erfolgreiche Gruppe der Landpflanzen. Man kennt heute über 200 verschiedene Arten. Viele von ihnen waren über 40 Meter hohe Bäume mit verholztem Stamm.

Im Unterschied zu heutigen Bäumen diente das Holz nicht als Stütze, sondern zur Wasserführung, die Rinde übernahm die Stützfunktion, und stabilisierten die Pflanze. Die Wurzeln waren verzweigte Sprosse die auf tellerförmigen Stützen ruhten, und so der Pflanze die notwendige Stabilität gaben.

Die Blätter saßen charakteristisch an den Stämmen,und durch den Abfall hinterließen dieser ganz spezifische Narben, die der Gattung Lepidodendron den Namen Schuppenbaum, denen der Gattung Sigillaria den Namen Siegelbaum einbrachten.

Desweiteren gediehen Schachtelhalme und Farne, teilweise von sehr großem Wuchs.
Pecopterix vestita
Annularia stellata
Abb.5 Pecopterix vestita
ca. 300 Mio. Jahre
Braidwood, Illinois/USA
Abb.6 Annularia stellata
ca. 300 Mio. Jahre
Nassfeldpass, Italien


Durch die Photosynthese stieg der Sauerstoffgehalt der Luft stetig an, dies gipfelte im Karbon bei ca. 35% Sättigung. Dies wiederum begünstigte den Riesenwuchs von Insekten, Spinnentieren und anderen.

Sonstiges

Das Karbon beginnt vor ca. 359,2 Mio. Jahren, und endet vor ca. 299 Mio. Jahren.
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Bildquellen:

  • Abb.1: Herkunft unbekannt (Internet)
  • Abb.2: Paleomap Project, Christoper R. Scotese, http://www.scotese.com/
  • Abb.3: Martin Sauter
  • Abb.4: Herkunft unbekannt (Internet)
  • Abb.5: Herkunft unbekannt (Internet)
  • Abb.6: Dr. F. Krantz, Rheinisches Mineralien-Kontor, http://www.krantz-online.de/
  • Abb.7: Martin Sauter
  • Abb.8: Krisen der Evolution, Steven M. Stanley, Spektrum d. Wissenschaft, 1989
  • Abb.9: Martin Sauter
Rechtlicher Hinweis: Die Urheberrechte des Bildmaterials liegen bei den jeweiligen Besitzern der Rechte. Bilder und Texte von mir dürfen unter Angabe meiner Seite und Namen im privaten Rahmen weiterverwendet werden.
© 2010 www.sauti.de

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