Die Kreide - Namensgebung
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Der Name leitet sich von der Schreibkreide her, da dies das bezeichnenste Sediment dieser Zeit ist.
Durch den belgischen Geologen Jean Baptiste Julien d'Omalius d'Halloy wurde der Name Kreide 1822 eben nach den Schreibkreide Sedimenten vergeben.
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Abb1. Kreidezeitliche Szene |
Aussehen der Erde
Abb.2 Die Erde in der Kreide |
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Diese Karte zeigt die Erde vor ca 94 Mio. Jahren.
Während der Kreide öffnete sich der Atlantik, Indien trennte sich von Madagaskar. Nordamerika und Europa waren noch verbunden.
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Stratigraphie
| Äon |
Era |
System |
Serie |
Stufe |
| Phanerozoikum |
Mesozoikum |
Kreide |
Obere Kreide |
Maastrichtian |
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Campanian |
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Santonian |
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Coniacian |
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Turonian |
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Cenomanian |
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Untere Kreide |
Albian |
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Aptian |
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Barremian |
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Hauterivian |
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Valanginian |
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Berriasian |
Tierwelt
Die Saurier erlebten in der Kreide eine enorme Ausbreitung. Sie eroberten jedes erdenkliche Habitat, und selbst im Meer erreichten die Mosasaurier enorme Grössen.
Die Wissenschaft teilt die Dinosaurier in zwei große Gruppen ein: in Saurischier und Ornitischier. Ornitischier waren sämtlich Pflanzenfresser. Sie entwickelten sich in der späten Triaszeit, erlebten ihre Blüte allerdings erst in der Kreidezeit. Sie bildeten eine Vielzahl von Formen aus, perfekt angepaßt an ihren jeweiligen Lebensraum.
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Berühmte Tiere aus dieser Gruppe sind das Iguanodon (das man auch in Deutschland gefunden hat), Stegosaurus, die Ceratopier (wie Triceratops) und die Hadrosaurier - von diesen kann ein teilweise mumifiziertes Exemplar eines Anatosaurus im Naturmuseum Senckenberg in Frankfurt am Main bewundert werden.
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Abb.3 Vereinfachter Stammbaum der Dinosaurier
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Die andere Gruppe sind die Saurischier - die sich wiederum untergliedern in Sauropoden und Theropoden. Sauropoden waren jene riesigen Pflanzenfresser mit einem kleinen Kopf auf einem langen Hals, einem massigen Körper auf vier Beinen und einem langen Schwanz, beispielsweise Apatosaurus, Brachiosaurus, Diploducus oder Seismosaurus. Ihre Blütezeit lag im Jura, allerdings überlebten einige Arten bis in die obere Kreidezeit.Die Theropoden hingegen waren samt und sonders Fleischfresser. Zu ihnen gehören beispielsweise Allosaurus aus dem Jura, Deinonychus und Megalosaurus aus der unteren Kreide, und natürlich die Tyrannosaurier (Albertosaurus, Tarbosaurus, Tyrannosaurus rex und Daspletosaurus) aus der oberen Kreidezeit.
Abb.4 Trittsiegel von Dinosauriern in Arizona, USA
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Abb.5 Nähere Aufnahme eines Trittsiegels
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1993 fand man in Nordwest-Dakota, USA ein Thescelosaurus-Skelett und dabei die ersten versteinerten Weichteile eines Dinosaurieres, darunter das Herz. Diesen ponygroßen Pflanzenfresser kann man im North Carolina Museum of Natural Sciences begutachten. Das Herz ist mit völlig getrennten Hauptkammern (Ventrikel) und dem Septum (Herzscheidewand) ausgestattet. Damit ist das Herz dieses Dinosauriers höher entwickelt, als bei heute lebenden Reptilien. Der Thescelosaurus war somit ein Warmblüter. Damit bestätigte sich, neben Funden von befiederten Dinosauriern, die Vermutung das die Dinosaurier zumindest teilweise Warmblüter waren, oder zumindest ein Zwischenstadium zur Warmblütigkeit erreicht hatten.
Abb.6 Zahn eines Spinosaurus aegypticus, Marokko
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Abb.7 Lebensbild des Spinosaurus
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Die Kreidefelsen an den Küsten von Dover bis zur Krim bestehen zum grossen Teilen aus Mikrofossilien (Plankton und Foraminiferen) aber es finden sich auch sehr viele Makrofossilien, u.a. Belemniten, Muscheln, Seeigel und deren Stacheln.
Abb.8 Kreideküste Möns Klint, Mön, Dänemark
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Abb.9 Hemicidaris crenularisca
ca 80 Mio. Jahre
Maastrich, Niederlande
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Die Ammoniten waren am Ende Ihrer Evolution angelangt. Mit zum Teil abstrusen Gehäuseformen machten sie auf sich aufmerksam.
Abb.10 Nicht bestimmter Ammonit
ca. 100 Mio. Jahre
Frankreich
Pflanzenwelt
Die letzte große Entwicklung in der Evolution der Landpflanzen geschah mit dem Erscheinen der Blütenpflanzen zu Beginn der Kreidezeit. In den letzten 50 Millionen Jahren der Kreidezeit dominierten sie auf der Erde. Dadurch wurden die ökologischen Zusammenhänge grundlegend geändert, da nun eine Nahrungskette mit Insekten, Vögeln und kleinen Säugetieren entstand. Dies beeinflußte die Evolution wesentlich. So entstand eine riesige Anzahl verschiedener Spezies.
Sonstiges
Abb.11 Einschlag des Meteoriten am Ende der Kreide
Am Ende der Kreidezeit starb die Hälfte aller Spezies auf der Erde aus. Ca. 80-90 % aller marinen Arten wurden ausgelöscht. An Land starben 56% aller Arten, 100% der Dinosaurier und 10% der höheren Pflanzen. Die Gründe dieses Massensterbens sind heute relativ gut erforscht, auch wenn man nicht mit Sicherheit sagen kann was nun der Auslöser für diese globale Krise war.
Man weiss heute, das gegen Ende der Kreide viele Tierarten schon dezimiert waren, also schon eine gewisse Anzahl ausgestorben war. Man vermutet als Grund starken Vulkanismus der die Lebensbedingungen zusehens verschlechterte. Diese Vulkantätigkeiten lassen sich über einen Zeitraum von mehr als einer halbe Million Jahre nachweisen (Dekkan-Trapp / Indien).
Luis Alvarez veröffentlichte 1980 in Science seine Entdeckung, daß in den Gesteinsschichten zwischen der Kreide und dem Tertiär eine Staubschicht liegt. Diese Schicht enthält große Mengen an Iridium, ein Element, das in irdischen Gesteinen sehr selten aber in Metoriten häufig ist. Alvarez vermutete, daß der weltweite Staub vom Einschlag eines ca. 10 km großen Meteoriten herrührt (K-T-Ereignis).
Heute sprechen alle Anzeichen dafür, daß dieser Einschlag in der Halbinsel von Yukatan in Mexiko geschah. Der 200-300 km große Chicxulub-Krater liegt unter einer 1100 m hohen Kalksteinschicht begraben. Die Mineralien dort zeigten Anzeichen für Schock-Umwandlung verursacht durch Druck, der weit höher war als irdische Prozesse (z.B. Vulkanismus) hervorrufen können. Die Altersbestimmungen lieferten exakt die Zeit des K-T-Ereignisses vor 65 Millionen Jahren.
Dieser Meteoriteneinschlag war durch die Vulkantätigkeit geschwächten Ökosystem der Erde, so die Wissenschaftler, wohl der endgültige Auslöser für diese Krise.
Die Kreide beginnt vor ca. 145,5 Mio. Jahren, und endet vor ca. 65,5 Mio. Jahren.
Bildquellen:
- Abb.1: American Museum of Natural History, USA
- Abb.2: Paleomap Project, Christoper R. Scotese, http://www.scotese.com/
- Abb.3: Martin Sauter
- Abb.4: Martin Sauter
- Abb.5: Martin Sauter
- Abb.6: Bild Martin Sauter, Fossiliensammlung Silvio Keller
- Abb.7: The worlds largest fossil collection, http://www.extinctions.com/
- Abb.8: Martin Sauter
- Abb.9: Bild Martin Sauter, Fossiliensammlung Silvio Keller
- Abb.10: Bild Martin Sauter, Fossiliensammlung Silvio Keller
- Abb.11: University of Michigan, USA
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