Die Grube Messel
Messel, dieser Name ist jedem bekannt der sich näher mit Fossilien beschäftigt.
Abb.1 Blick in die Grube Messel |
Das Arial der Grube Messel liegt ca. 9 km von Darmstadt entfernt und ist ein ehemaliger Ölschiefertagebau, in dem Parafin und Öl gewonnen wurden.
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Das Gestein, bituminöse Tonsteine, enthält einen sehr hohen Wasseranteil, aus diesem Grunde trocknet der Schiefer an Luft sehr rasch aus. Dadurch zerfällt der Schiefer und die darin enthaltenen Fossilien gehen verloren. Aus diesem Grunde konnten die Fossilien lange Zeit nicht erhalten und so der Wissenschaft zugänglich gemacht werden.
Dies änderte sich mit einer neuen Präparationsmethode, der Transfermethode. Dabei wird das Fossil von der einen Seite her in Kunstharz eingegossen, und dann die andere Seite vom Ölschiefer befreit. Das so freigelegte Fossil wird gehärtet und so konserviert. Daher sind alle Fossilien aus Messel in Kunstharz gegossen, was natürlich für Laien unter Umständen einen seltsamen Eindruck macht.
Die Grube Messel
Im Jahre 1859 begannen die ersten Förderversuche des Ölschiefervorkommens in der Grube Messel. Die Verschwelung des Ölschiefers fand bis ca. 1962 statt (Eingeschränkt bis 1971).
Schon 1912 wurde ein Abkommen geschlossen um Fossilfunde dem Großherzoglichen Landesmuseum in Darmstadt zukommen zu lassen, auch wenn zu dieser Zeit die Präparationsmethoden noch nicht ausreichend waren um die Stücke erhalten zu können. So mussten diese feucht und dunkel gelagert werden, was bei wissenschaftliche Bearbeitung erschwerte. Erst 1961 wurde die Transferpräparation erfolgreich angewandt.
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In den Jahren von 1966 bis 1974 sammelten neben dem Hessische Landesmuseum Darmstadt auch viele Privatsammler Fossilien aus der Grube Messel was zu einem teilweisen Raubbau führte.
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Abb.2 Amia kehreri (Schlammfisch) ca. 49 Mio. Jahre, Messel, Deutschland |
Im Jahre 1971 wurde über die Rekultivierung der Grube nachgedacht, und die Idee laut diese als Mülldeponie zu verfüllen. Dies führte in den nächsten Jahre zu einem waren Proteststurm, die Pläne für eine Mülldeponie wurden aber erst 1990 völlig aufgegeben. Während dieser Zeit wird die Grube zwar teilweise für den Privatsammler gesperrt, aber wissenschaftliche Grabungen und wohl auch Raubbau durch Privatleute finden weiterhin statt.
Im Jahr 1996 wird die Grube Messel nach längerer Vorbereitungszeit als erstes Deutsches Kulturgut in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Dadurch ist der Raubbau und die Ausbeutung dieser Fossillagerstätte verboten, und es werden nur noch bewilligte Forschungsgrabungen durchgeführt, die vom Senckenberg Museum geleitet oder koordiniert werden. Aus diesem Grunde sind auch die allermeisten Fossilien die aus der Grube Messel stammen vor 1996 geborgen, und die heute dem Sammler angebotenen Stücke stammen meist aus alten Sammlungen. Der Schutz der Grube Messel war der wichtigste Schritt um diese Fossillagerstätte zu erhalten und der Wissenschaft die Möglichkeit zu geben diese systematisch untersuchen zu können.
Der Messelsee
Die Ablagerungen der Grube Messel stammen von einem See, der vor ca. 49 Mio. Jahren existierte. Dieser war ein Langzeitsee, das bedeutet er existierte über mehrere hunderttausend Jahre, aus diesem Grunde ist auch eine Vielzahl von toten Lebewesen in den See transportiert worden, oder sind dort gestorben. Daher ist es nicht verwunderlich das neben Fischen und Krokodilen auch viele Säugetiere, Vögel und andere Fossilien pflanzlichen Ursprungs gefunden werden. Neueste Untersuchungen und Probebohrungen ergaben das der Messelsee ein ehemaliger Vulkankrater war der sich mit Wasser füllte.
Die Besonderheit und Bedeutung der Fossilien
Neben dem bemerkenswerten Spektrum der Fossilien das Fische, Säugetiere, Vögel, Fledermäuse, Primaten und andere umfasst ist die Erhaltung hervorzuheben. Besonders der sogenannte Hautschatten der um viele der Fossilien zu finden ist ist wissenschaftlich von grösstem Interesse. Dabei handelt es sich um Ausscheidungen von Bakterien die die Tierleichen zersetzten und so den genauen Umriss "mit Haut und Haar" wiedergeben.
Abb.3 Messel Urpferd |
Abb.4 Noch nicht bestimmtes Raubtier |
Dadurch konnte man belegen das die sogenannten Messelpferde kurze Ohren wie unser heutiges Pferd, und nicht etwa so lange wie Esel hatten. Auch kann so die Behaarung bei einigen Tieren nachgewiesen werden, und so eine sehr genaues Bild der Tiere rekonstruiert werden. Durch diese beiden Gegebenheiten, der Vielzahl und die Erhaltung, kann man so ein genaues Bild der eozänen Umgebung des Messelsees zeichnen, wie sonst nirgendwo auf der Welt.
Bildquellen:
- Abb.1: Die Grube Messel http://www.hmwk.hessen.de/messel
- Abb.2: Martin Sauter
- Abb.3: Messel- Ein Pompeij der Paläontologie
- Abb.4: Messel- Ein Pompeij der Paläontologie
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