Oreodonten
Zeugen der Evolution

Säuger im Oligozän der USA

Joseph Leidy beschrieb 1848 einige Kieferfragmente, die von Alexander Culbertson in den White River Badlands in South Dakota gefunden wurden. Er bemerkte, dass die Zähne der Tiere denen der Wiederkäuer ähnelten, da diese paarweise sichelförmige Vorsprünge haben. Er benannte das Tier Meryocoidodon culbertsonii.

White River Badlands
Abb.1 White River Badlands
Unterkiefer eines Oreodonten
Abb.2 Unterkiefer eines Oreodonten

Obgleich er ursprünglich diesem Tier den Namen Meryocoidodon aufgrund der Ähnlichkeiten der Zähne mit Wiederkäuern gab, bevorzugte Leidy den Namen Oreodont, den er 1853 prägte. Oreodont kann mit „Gebirgszähner“ übersetzt werden. Er hatte genügend Probestücke untersucht und festgestellt das Oreodonten echte Wiederkäuer waren.

Aufgrund der Nomenklaturregelung (Ältester Name ist der gültige) musste der Name 1902 allerdings wieder in Merycoidodon geändert werden. Meryocoidodon und seine Verwandten werden aber immer noch im allgemeinen als Oreodonten bezeichnet.

Schädel von Oreodonten
Abb.3 Schädel von Oreodonten
Rekonstruktion eines Oreodonten
Abb.4 Rekonstruktion eines Oreodonten


Es gibt drei verschiedene Arten der Gattung Meryocoidodon. Meryocoidodon culbertsonii ist mit über 90 % die am häufigsten vertretene Art. Merycoidodon major, die größte Art, ist mit 9 % vertreten, wohingegen Merycoidodon gracilis, die kleinste, nur mit ca. 1 % im Fossilnachweis vertreten ist.

Wie sahen diese Tiere aus?

Meryocoidodon culbertsonii wurde etwa 1,4 m gross. Es hatte einen stämmigen Körper mit verhältnismäßig kurzen Beinen, fünf Zehen an den Vorderbeinen und vier an den Hinterbeinen. Es war ein primitiver Wiederkäuer, aber es teilte viele Eigenschaften (Körperbau) mit heutigen Schweinen. Oreodonten waren wohl die erfolgreichsten Säugetiere des nordamerikanischen Kontinentes im Oligozän. Trotz dieses Erfolges waren sie in Ihrer Ausbreitung auf Nordamerika begrenzt.

Bildquellen:

  • Abb.1: Herkunft unbekannt (Internet)
  • Abb.2: Martin Sauter
  • Abb.3: Herkunft unbekannt (Internet)
  • Abb.4: Herkunft unbekannt (Internet)
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