Das Präkambrium
Zeugen der Evolution

Das Präkambrium - Namensgebung

Der Name setzt sich aus der lat. Vorsilbe
"Prae" und "Kambrium" zusammen. Dies
bedeutet soviel wie "Vor dem Kambrium".

Der Name leitet sich vom 1835 durch Adam
Sedgwick vorgeschlagenen Namen des
Kambriums ab.

Collage von Galaxien und Nebeln
Abb1. Collage von Galaxien und Nebeln

Aussehen der Erde

Die Erde im Präkambrium
Abb.2 Die Erde im Präkambrium

Diese Karte zeigt die Erde vor ca 650 Mio. Jahren.

Rodinia, der Superkontinet welcher sich vor 1100 Mio. Jahren bildete, bricht langsam auseinander.

Stratigraphie

Äon Era System
Präkambrium Proterozoikum Neoproterozoikum Ediacarium
Cryogenian
Tonian
Mesoproterozoikum Stenian
Ectasian
Calymmian
Paläoproterozoikum Statherian
Orosirian
Rhyacian
Sidarian
Archean Neoarchean
Mesoarchean
Paläoarchean
Eoarchean
Hadean (Informell)

Tierwelt

Die Entstehung der Erde hat vor ca. 4,5 Mrd. Jahren begonnen. Wie sie entstanden ist, wissen wir nicht sicher. Sie könnte durch Zusammenballung von Staub, durch Abspaltung von Sonnenmaterie oder auch auf andere Weise entstanden sein.

Die Erdkruste hat sich vor ca. 4 Mrd. Jahren gebildet, wobei zuvor auf jeden Fall eine Periode durchlaufen wurde, in der die Erdoberfläche eine Temperatur von 600 bis 1200 °C erreichte. In dieser Hitze haben sich aufsteigende Gase (Methan, Ammoniak Schwefelwasserstoff und Wasserdampf) in der Kälte des umgebenden Weltraumes abgekühlt und sich beim Absinken auf die Erde erneut erhitzt. In diesem Kreislauf sank die Temperatur der Erdoberfläche langsam ab, bis das Klima vergleichbar dem heutigen gemässigt war.

Wie Experimente (sog. Simulationsexperimente von MILLER) belegen, haben sich auf der damaligen Erde immer höhere komplexe chem. Verbindungen gebildet, die einer Theorie folgend, schließlich das geworden sind, was wir als Leben bezeichnen. Einer anderen Theorie zufolge ist es auch möglich, daß das Leben durch einen Meteoriten auf die Erde "gepflanzt" wurde (Panspermie). Andere wiederum sind vom "Kreationismus", das heisst von der Erschaffung des Lebens durch Gott überzeugt. Dies sind natürlich Punkte, über die nach wie vor heftig diskutiert und gestritten wird, da weder das eine noch das andere bis heute definitiv bewiesen werden konnte.

Da in den Sedimenten aus dieser Zeit keine Oxyde bekannt sind, ist davon auszugehen, dass zu dieser Zeit der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre sehr gering war. Die ältesten Fossilien sind ca. 3,6 Milliarden Jahre alt. Dabei handelt es sich um einfache Formen von Einzellern, sogenannte Prokaryonten. (Diesen Lebewesen fehlt ein Zellkern, und das genetische Material ist noch nicht in Chromosomen organisiert.) Diese Einzeller kann man heute in zwei Gruppen unterteilen, die Bakterien (Schizophyten) und die blaugrünen Algen (Cyanophyten). Die bekanntesten Überreste dieser blaugrünen Algen sind die Stromatholiten, geschichtete wie Riffe oder Kohlköpfe aussehende Strukturen. Diese finden sich u.a. in den USA und Australien.

Stromatholit
Abb.3 Stromatholit geschnitten und poliert
Bolivien, Hochebene der Anden, Präkambriumca.
Blick auf Präkambrischen Ozean
Abb.4 Rekonstruktion - Blick auf Präkambrischen Ozean


Bei Untersuchungen an australischen Stromatholiten hat man festgestellt, dass die Schichtungen abhängig vom Stand der Sonne, und somit von Tag und Nacht sind. Ein Jahr im Präkambrium hatte nach darauf basierenden Berechnungen wohl 435 Tage. Während diese Stromatholiten ortsgebunden waren lebten andere Arten dieser Algen freischwebend in den Ozeanen. Diese wurden in Quarziten (Kieselsäure) aus Grönland und Südafrika gefunden. Zu dieser Zeit gab es nur pflanzenähnliche Lebewesen, und wie alle anderen Pflanzen waren diese blaugrünen Algen zur Photosynthese fähig, bei der Sauerstoff frei wird, der sich langsam in den Ozeanen anreicherte. Dabei kam es zur Ausfällung von Eisen und zur Bildung der sogenannten Bändereisenerze. Später reicherte sich der Sauerstoff auch in der Atmosphäre an. Dadurch konnten sich Arten bilden die diesen Sauerstoff nutzten.

Dünnschliff
Abb.5 Dünnschliff , stark vergrössert.
Bändereisenerz
Abb.6 Bändereisenerz, gebildet durch
Sauerstoff in den Ozeanen


Erst vor ca 1,4 Milliarden Jahren gesellten sich zu diesen ersten, Zellkernlosen Lebewesen die sogenannten Eukaryonten. Diese Einzeller besaßen einen Zellkern und Chromosomen. Aus diesen gingen alle vielzelligen Lebensformen hervor.

Spurenfossil
Abb.7 Spurenfossil, Würmerröhren
Die ältesten Fossilien von Tieren sind ca. 1 Mrd. Jahre alt.

Über diese ersten Tiere wissen wir nur sehr wenig, da
diese wohl ausschließlich aus Weichteilen bestanden,
die uns nicht überliefert sind. Einzig die Spuren dieser
Tiere sind uns bekannt.


In jüngeren Gesteinen zeigt sich eine Weiterentwicklung zu kompliziert gebauten Formen, die an Medusen und Hohltiere erinnern. Am bekanntesten sind die Formen der Ediacara-Fauna, benannt nach dem Fundort in Australien, wobei auch hier eine Zuordnung zu heutigen Lebensformen nicht oder nur sehr schwer möglich ist.

Nähere Informationen zur Ediacara Fauna im Special: Ediacara - Leben im Ediacarium

Dünnschliff
Abb.8 Rekonstruktion einiger Tiere
die durch Fossilien nachgewiesen sind.
Cyclomedusa
Abb.9 Cyclomedusa, eine quallenähnliche Form
Ediacara Hills, Australien


Gegen Ende des Präkambriums entwickelten sich viele wirbellose Tiere, die durch ein Aussenskelett geschützt waren und dadurch überliefert sind. Die wohl heute bekanntesten Tiere zu dieser Zeit sind die Trilobiten, wenn auch diese ersten Trilobiten noch ziemlich einfach aufgebaut waren.

Pflanzenwelt

Die Präkambrische Pflanzenwelt bestand ausschließlich aus planktonisch lebenden Algen. An Land hatte sich noch keinerlei pflanzliches Leben gebildet.

Sonstiges

Das Präkambrium beginnt mit der Entstehung der Erde vor ca. 4600 Mio. Jahren, und endet vor ca. 542 Mio. Jahren.
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Bildquellen:

  • Abb.1: Herkunft unbekannt (Internet)
  • Abb.2: Paleomap Project, Christoper R. Scotese, http://www.scotese.com/
  • Abb.3: Martin Sauter
  • Abb.4: Herkunft unbekannt (Internet)
  • Abb.5: Herkunft unbekannt (Internet)
  • Abb.6: Dr. F. Krantz, Rheinisches Mineralien-Kontor, http://www.krantz-online.de/
  • Abb.7: Martin Sauter
  • Abb.8: Krisen der Evolution, Steven M. Stanley, Spektrum d. Wissenschaft, 1989
  • Abb.9: Martin Sauter
Rechtlicher Hinweis: Die Urheberrechte des Bildmaterials liegen bei den jeweiligen Besitzern der Rechte. Bilder und Texte von mir dürfen unter Angabe meiner Seite und Namen im privaten Rahmen weiterverwendet werden.
© 2010 www.sauti.de

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